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(Foto: WAL/November 2015)

Das Wasserwerk Tettau (bei Ortrand) ist eines der größten Wasswerke Brandenburgs. Es versorgt den größten Teil des WAL-Verbandsgebietes. Zur Spitzenbedarfsdeckung und zur Gewährleistung höchster Versorgungssicherheit erfolgt für das nordöstliche Verbandsgebiet der Bezug von Trinkwasser aus dem Vattenfall-Wasserwerk Schwarze Pumpe. Etwa die Hälfte des im Wasserwerk Tettau aufbereiteten Trinkwassers wird zum Trinkwasserzweckverband Kamenz geliefert (über 4 Mio. m³/a). Der Großteil davon dient der Versorgung der Sachsenmilch AG in Leppersdorf bei Radeberg.

 

Das im Lausitzer Urstromtal zwischen Frauendorf und Lindenau geförderte recht saure und sehr eisenhaltige Rohwasser wird in einem 3-stufigen Prozess durch

  • Entsäuerung (CO2) mittels Belüftung
  • Eisenhydroxidfällung durch Kalkmilchzugabe mit anschließender Sedimentation
  • Feinreinigung über rückspülbare Sandfilter

zu bestem Trinkwasser aufbereitet.

 

Das Trinkwasser aus Tettau ist

  • von Natur aus keimfrei und braucht deshalb keinen Zusatz von Chlor oder anderen Desinfektionsmitteln;
  • natriumarm und deshalb vorteilhaft für eine bekömmliche Ernährung;
  • nahezu nitratfrei und deshalb bestens geeignet für die Babynahrung;
  • mineralhaltig und deshalb gut für die Gesundheit;
  • mittelhart und deshalb mit einem gut verträglichen Kalkanteil (Härtebereich 2).

 

Entwicklung des Wasserwerks Tettau

1953             Baubeginn für die erste Ausbaustufe des größten Wasserwerks der Lausitz
1955 Inbetriebnahme, bis 1962 Ausbau auf eine Aufbereitungskapazität von 72.000 m³ pro Tag
1957 Bau des Horizontalfilterbrunnens bei Lindenau
1958 - 1960 Fernleitung zum Hochbehälter Skaska (33 km) mit weiterem Anschluss nach Hoyerswerda
1994 - 1998
Neubau des Maschinenhauses und Brunnensanierung (9 Mio. Euro*)
Dez. 2001 Grundsatzentscheidung zum Neubau der Aufbereitungsanlagen mit deutlich geringerer Kapazität im Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss zum Verbundbetrieb (Spitzenbedarfsdeckung) mit dem Wasserwerk Schwarze Pumpe (Vattenfall)
2002 - 2006 Sanierung der drei Rohwasserleitungen zum Wasserwerk (1,3 Mio. Euro*)
Okt. 2005 Grundsteinlegung für die neue Trinkwasseraufbereitungsanlage
Mai 2007 Das neue Werk mit einer Kapazität von 23.000 m³ pro Tag geht in Betrieb
(10 Mio. Euro*)
Okt. 2009 Baubeginn der Anlage zur Schlammbehandlung
Jan. 2011
Die Schlammbehandlung geht in Betrieb (2,2 Mio. Euro*). Damit erfolgt erstmalig eine Verwertung des eisenhaltigen Reststoffs.
2014 Abriss der alten Aufbereitungsanlagen in Vorbereitung der später vorgesehenen Kapazitätserweiterung des Wasserwerks zur Ablösung der bergbauabhängigen Trinkwasserversorgung

 

 * Projektförderung durch das Land Brandenburg und die EU